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BNA und Tier Total - Partner der Natur






1985 entstand mit der Gründung des BNA zum ersten Mal ein Natur-, Tier- und Artenschutzverband, der in erster Linie Züchter und Halter von Tieren und Pflanzen beherbergt. Diese Menschen schöpfen aus ihrer Liebhaberei, der Zucht, die Kraft und das Fachwissen, um im Naturschutz effektiv mitarbeiten zu können.
Die richtige Reihenfolge und Gewichtung fachgerechter Naturschutzmaßnahmen ergeben sich aus dem Slogan des BNA:


Biotope schützen, Natur bewahren, Arten erhalten!
 
Es reicht nicht aus Gesetze, Richtlinien oder Verordnungen nur zu erlassen, wir müssen vielmehr die Eigeninitiative stärken. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein umfangreiches Informationsangebot zur Verbesserung des Kenntnisstandes und der Sachkunde. Deshalb verfolgt der BNA zwei Ziele:

 

 

  • Mit den anderen Naturschutzverbänden wird sich der BNA dafür einsetzen, dass dem Biotopschutz überall Vorrang eingeräumt wird.

  •  Der BNA setzt sich aktiv für den Gedanken der Arterhaltung durch Zucht ein. Wenn Arten in ihrer natürlichen Umgebung ausgerottet werden, besteht die einzige Möglichkeit, sie in ihrem Bestand zu erhalten, darin, dass sie in Menschenobhut weiter gezüchtet werden.

Die züchterische Arbeit ist der Quell für fachgerechte Arbeit in Natur,- Tier- und Artenschutz. Unsere Kinder haben ein Recht darauf, eine Art in Menschenobhut überliefert zu bekommen, wenn diese in freier Natur nicht zu erhalten ist.
Der BNA unterstützt in Zusammenarbeit mit zoologischen Gärten nicht nur wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Zucht, sondern auch die Veröffentlichung herausragender Beobachtungsergebnisse bei der Tier- und Pflanzenhaltung, und führt außerdem Workshops zu umweltrelevanten Themen wie "Nachhaltige Nutzung" durch.


Daneben berät der BNA die EG, den Bund, die Länder, die Kommunen und andere Gebietskörperschaften bei der Durchführung von Natur-, Tier- und Artenschutzmaßnahmen. Eine sehr wichtige Aufgabe des BNA ist die Beratung des Gesetz- und Verordnungsgebers mit dem Ziel, praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Ergebnisse für Natur- und Arterhaltung auch in gesetzliche Bestimmungen und Erlasse einbringen zu können. Gerade auf diesem Gebiet war der BNA in der Vergangenheit sehr erfolgreich. Es gelang ihm, den Gesetzgeber davon zu überzeugen, dass die Zucht und die Haltung von wildlebenden Tieren und Pflanzen nicht gegen den Natur- und Artenschutzgedanken gerichtet sein kann.


Der BNA hat für den Zoofachhandel in Absprache mit allen 16 Bundesländern ein bisher einmaliges, bundesweit anerkanntes Sachkunde-Schulungskonzept nach §11 Tierschutzgesetz entwickelt. Sachkundeseminare und Prüfungen in den Bereichen Aquaristik, Terraristik, Kleinsäuger und Vögel finden regelmäßig im BNA-Schulungszentrum in Hambrücken statt. Seit 2007 veranstaltet der BNA auch Fortbildungsseminare für die Amtsveterinäre der einzelnen Bundesländer. Der private Tierhalter kann sich in Tagesseminaren zu Spezialthemen wie „Reptilienkrankheiten“, „Wellensittiche“ oder „Koi“ ebenso weiterbilden.
Die Zukunft gehört der Jugend – unter diesem Motto leitete Staatsminister a.D. und BNA-Präsident Bernd Schmidbauer im Januar 2008 das umfangreiche Schulprojekt ein. Das Verständnis der Natur und ihrer Zusammenhänge bekommt in Zeiten, welche von der Diskussion über Klimawandel, Naturzerstörung und –entfremdung geprägt werden eine immer größere Bedeutung. Umso wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche nicht nur mit Büchern oder theoretischem Unterricht an die Natur und die Vielfalt ihrer Bewohner heranzuführen, sondern auch praktisch und emotional erfahrbar zu machen.
Mit BNA-aktuell gibt der BNA regelmäßig eine Informationsbroschüre heraus, die den aktuellen Stand des Natur-, Tier- und Artenschutzes darlegt und selbst bei Ministerien, Behörden, Natur- und Tierschutzverbänden eine große Beachtung findet.

Wenn Sie noch mehr über den BNA wissen möchten, informieren Sie sich einfach. Wir senden Ihnen gerne ein Exemplar von BNA-aktuell zu.

 

BNA-Geschäftsstelle:
Ostendstr. 4
Postfach 11 10
76707 Hambrücken
Telefon  07255-28 00
Telefax  07255-83 55
E-Mail: gs@bna-ev.de
Internet: www.bna-ev.de und www.bna-sachkunde.de

 

Der BNA macht sich für jeden stark. Stärken Sie deshalb den BNA   

 

 


Der Teich im Herbst





Die Tage werden wieder kürzer, die Regenwahrscheinlichkeit steigt, und in den Nächten kündigt sich die kalte Jahreszeit an – jetzt ist es an der Zeit, auch den Gartenteich winterfest zu machen. Hierbei sind eine Reihe von Pflegemaßnahmen erforderlich.

Bereits jetzt kann man sich viel Arbeit ersparen, indem ein Laubschutznetz über den Teich ausgebreitet wird, welches verhindert, dass große Mengen fallendes Laub in den Teich gelangen und durch ihre Zersetzung wertvollen Sauerstoff zehren. Schilf und Teichgräser werden eingekürzt; alte und welke Blätter komplett entfernt.

Gibt es im und am Teich Pflanzen, die nicht winterhart sind, so sollten diese entweder mit einem Frostschutz versehen oder ins Haus verbracht werden. Abgestorbene Blätter von Seerosen und Wasserpflanzen sowie andere Pflanzenteile und Algen sollten mit Hilfe eines Keschers oder Teichstaubsaugers aus dem Gartenteich entfernt werden, ebenso wird ein Teil des angesammelten Mulms und Schlamms entfernt, da es ansonsten im Winter unter der Eisschicht zu Sauerstoffmangel kommen kann.

Ein Eisfreihalter verhindert das komplette Zufrieren der Teichoberfläche und gewährleistet so einen Gasaustausch, der den Fischen das Atmen auch unter dem Eis ermöglicht. Auch ein luftbetriebener Ausströmer ist hier hilfreich, allerdings darf dieser nicht zu tief im Teich angebracht werden, um die sich natürlicherweise einstellende Temperaturschichtung nicht zu zerstören: Bei ausreichend tiefen Teichen (in Mitteleuropa sollte die Tiefe mindestens einen Meter betragen) liegt die Temperatur in Bodennähe immer bei 4 °C, so dass der Teich nicht komplett durchfriert.

Die übrige am Teich installierte Technik – Filter, Pumpen, Wasserspiele, UV-Wasserklärer usw. – wird außer Betrieb genommen, gereinigt und anschließend bis zum nächsten Frühling frostfrei im Haus aufbewahrt.

Fällt die Temperatur unter 12 °C, so arbeitet die Verdauung der meisten Fische bei diesen niedrigen Temperaturen nicht mehr ausreichend. Eine Ausnahme bilden lediglich die Störe, die auch im Winter aktiv sind. Goldfische, Koi und andere Teichfische sollten daher in der kalten Jahreszeit gar kein Futter erhalten, lediglich mit leicht verdaulichem Futter auf Weizenkeimbasis kann noch zugefüttert werden – allerdings ist auch hier bei 7 °C Schluss.

Wer diese Tipps befolgt und im Herbst seinen Teich winterfest macht, hat beste Voraussetzungen geschaffen, im Frühling seine Fische gesund wieder zu sehen und muss auch keine Algenblüte fürchten.


Wildblumenwiese





(©Lorenz Haut/BNA)


Eine artenreiche Magerwiese bietet nicht nur einer großen Vielfalt an einheimischen Wildblumen und Wildkräutern einen Lebensraum, sondern stellt auch die Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Insekten und anderen Tieren. Zugleich ist sie eine wertvolle pädagogische, aber auch ästhetische und sinnliche Bereicherung für den Betrachter und bietet im Wandel der Jahreszeiten immer Neues zu entdecken.



Der Standort für die Wildblumenwiese sollte sonnig, aber nicht zu stark trittbelastet sein. Die meisten Wildblumen bevorzugen einen trockenen, mageren (also nicht zu nährstoffhaltigen) Boden. Bei zu reichhaltigem Bodengrund kann die Fläche aber auch durch den Menschen nährstoffarmer gemacht werden, indem die Wiese in den ersten zwei Jahren vier bis fünf Mal gemäht und das Mähgut abgetragen wird. Hierdurch entzieht man dem Boden nach und nach Nährstoffe. Das Mähen sollte nur mit der Sense oder einem Balkenmäher erfolgen, um eine zu große Beeinträchtigung der Tierwelt zu vermeiden. Auch durch Untermischen von Sand kann der Boden „abgemagert“ werden.

Hochwertiges Saatgut ist über verschiedene Bezugsquellen erhältlich, aber auch frisches Mähgut einer blumenreichen Wiese eignet sich für die erste Einsaat. Wer mag, kann auch an Feldrändern selbst Blumensamen sammeln. Vor der Aussaat muss der Boden durch Umgraben oder Eggen gelockert werden.

Wer keinen Zugang zu hochwertiger Wildblumensaatgut hat, kann dennoch die Voraussetzungen für eine Wildblumenwiese schaffen und den Boden vorbereiten: Mit der Zeit wird sich die Pflanzengemeinschaft durch Zuflug von Samen und den zunehmend magerer werdenden Boden sowieso noch verändern.

Die laufende Pflege einer Wildblumenwiese ist nicht sonderlich zeitaufwändig. Ein zweimal jährlich erfolgender Schnitt ist meist ausreichend. Gemäht wird dann, wenn die meisten Pflanzen Samen gebildet haben – das Mähgut verbleibt einige Tage auf der Fläche, damit die Samen herausfallen können und die Wiese im nächsten Jahr bereichern.


Trockenmauern





(©Jürgen Hirt/BNA)


Eine Natursteinmauer ohne Mörtel stellt durch ihre Ritzen, Spalten und Strukturen ein Biotop mit einer hohen Artenzahl auf kleinem Raum dar und bieten durch die vielfältige Besiedlung durch Pflanzen und Tiere vorzügliche Rückzugsräume für seltene Arten, ob Eidechsen, Kröten, Molche, Salamander oder eine Vielzahl wirbelloser Tiere wie Insekten.



Die Trockenmauer sollte an einem sonnenexponierten Ort angelegt werden. Fehlt dieser, so kann eine Steinmauer mit Kleinfarnen und anderen schattenliebenden Pflanzen aber auch einen beschatteten Standort aufwerten.

Wichtig für den Charakter einer Trockenmauer ist die Verwendung von Natursteinen. Das Gewicht der Steine und der zu bauenden Mauer darf nicht unterschätzt werden. Je nach Standort empfiehlt es sich daher, den Boden im Vorfeld zu verdichten und eine Drainageschicht aus Sand oder Kies einzubringen, um Staunässe zu vermeiden.

 Die Steine werden bei einer Trockenmauer immer ohne Mörtel aufgeschichtet. Um die Stabilität der Mauer zu gewährleisten, wird das Fundament breiter angelegt und die aus zwei Steinreihen aufgebaute freistehende Mauer verjüngt sich nach oben. In Abständen sollten so genannte Bindersteine eingefügt werden, das sind längere Steine, die durch die gesamte Breite der Mauer reichen. Eine Höhe von maximal einem Meter reicht in der Regel aus. Zum Schluss wird der Hohlraum der Mauer mit kleineren Steinen und Erde befüllt. Die Bepflanzung richtet sich nach dem Standort, von Farnen für schattige Stellen bis hin zu sonnenhungrigen Mauerpfeffer-Arten (Sedum).

Eine noch einfachere Variante ist das Anlegen eines Steinhaufens, der viele Versteckmöglichkeiten für Kleintiere bietet. Der Standort hierfür sollte möglichst sonnig und nährstoffarm sein, um ein Zuwuchern (und damit Abschatten) des Steinhaufens durch nachwachsende Vegetation zu verhindern. Ein Haufen aus größeren Steinen bietet den Tieren mehr Lücken als bei Verwendung kleiner Steine.




Kaninchen oder Meerschweinchen?





Kaninchen und Meerschweinchen gehören zu den beliebtesten Heimtieren. Häufig hört man die Frage: Darf ich beide Tierarten gemeinsam pflegen? Auf den ersten Blick scheint nichts dagegen zu sprechen. Sowohl Kaninchen als auch Meerschweinchen fühlen sich in Gesellschaft am wohlsten, beide benötigen viel Heu als Hauptnahrungsmittel sowie ausreichend Platz zur Bewegung.

Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass das vermeintlich harmonische Miteinander von Kaninchen und Meerschweinchen bestenfalls eine erzwungene Zweckgemeinschaft ist: Während Kaninchen sehr durchsetzungsfähig sind und sich gegen ungewollte Berührungen energisch zur Wehr setzen können, fügen sich Meerschweinchen meist stumm in eine unangenehme Situation.

Kaninchen sind es gewohnt, sich gegenseitig zu putzen; ein Verhalten, das bei Meerschweinchen nicht auftritt. Wenn also das körperlich überlegene, da größere Kaninchen seinen „Partner“, das Meerschweinchen, wie einen Artgenossen putzen will, dann leidet das Meerschweinchen, hält aber still, wenn es keine Möglichkeit zur Flucht sieht. Ähnlich sieht es übrigens aus, wenn der Mensch ein Meerschweinchen zum Streicheln auf den Arm nimmt – häufig duckt sich das Meerschweinchen und macht sich ganz flach oder verfällt sogar in eine Art Schreckstarre. Das leise Gurren ist ein Beschwichtigungslaut und nicht mit dem genießerischen Schnurren einer Katze zu verwechseln!

Meerschweinchen leben also in der Vergesellschaftung mit Kaninchen in dauernder Angst – und das Kaninchen ist frustriert, weil sein Mitbewohner nicht in gewünschtem Maß auf die Pflegeeinheiten reagiert. Die einzige tiergerechte Lösung ist die Haltung von jeweils mindestens zwei Kaninchen und zwei Meerschweinchen. Wenn dies in einem gemeinsamen Gehege erfolgen soll, so müssen den Meerschweinchen für ein stressfreies Leben Rückzugsbereiche zur Verfügung stehen, in die ihnen kein Kaninchen folgen kann, z. B. Häuschen mit kleinen Ein- und Ausgängen oder noch besser, ein abgetrennter Bereich des Geheges mit einem Durchschlupf, der für Kaninchen zu eng ist. Fehlt der Platz dafür, dann sollte sich der Halter für eine Tierart entscheiden, zum Wohl der Tiere.



Bau einer Igelburg





(©Michael Schmid/BNA)


Der einheimische Igel (auch Westeuropäischer Braunbrustigel genannt) ist trotz seiner meist versteckten und nachtaktiven Lebensweise eines der beliebtesten und bekanntesten Säugetiere. Leider findet auch er immer weniger geeignete Lebensräume. Gerne durchstreift der Igel daher Gärten auf der Suche nach Schnecken, Insekten und anderen Kleintieren. Wer den stachligen Insektenfresser dauerhaft in seinem Garten ansiedeln möchte, kann dies durch den Bau einer Igelburg unterstützen.


Die Igelburg dient dem Igel als Rückzugsmöglichkeit, sowohl für den täglichen Schlaf (nachts ist er ja unterwegs) als auch für seinen Winterschlaf. Sie muss also vor Störungen geschützt und gut gegen Kälte (aber auch Hitze im Sommer) isoliert sein. Zunächst sucht man einen ruhigen Standort für die zukünftige Igelburg aus – am besten in einer beschatteten Ecke des Gartens, nah bei Hecken und Sträuchern.

Am Boden der Igelburg darf sich keine Nässe stauen, es empfiehlt sich also, etwas Bodengrund abzutragen und eine Drainageschicht aus Kies einzubringen, welche wieder von einer Erdschicht bedeckt wird. Die Grundfläche der Igelburg sollte ca. 40 x 40 cm betragen.

Ziegel- oder Natursteine werden ringsum so aufeinander geschichtet, dass ein etwa 40 cm hohes Haus entsteht, wobei an der windabgewandten Seite ein 10 cm breiter und 10 cm hoher Eingang freigelassen werden muss; gerade groß genug für den Igel, aber zu klein für Katzen und Hunde. Zur Abdeckung der Igelburg eignet sich eine entsprechend große Steinplatte. Bei Verwendung von Natursteinen muss man auf eine Abdichtung der Ritzen gegen Wind und Nässe mit Hilfe von Moos oder Erde achten.

Mit Grassoden oder Naturästen bedeckt, bietet die Igelburg einen sehr naturnahen Anblick. Der Innenraum wird mit Stroh oder trockenem Laub gefüllt, welches dem Igel zur zusätzlichen Isolierung dient. Gelegentlich nutzen auch andere Gartenbewohner wie Kröten oder Spitzmäuse das Versteck – in diesem Fall sollten Sie einfach noch eine zweite Igelburg bauen!



Molche und Salamander





(©Jürgen Hirt/BNA)


Mit steigenden Temperaturen erwacht auch das Leben im und am Teich wieder. Die einheimischen Amphibien haben die kalte Jahreszeit an geschützten Orten in einer Kältestarre verbracht und bereiten sich nun auf die Fortpflanzungszeit vor.

Die Schwanzlurche besitzen auch noch als erwachsene Tiere den namensgebenden Schwanz – im Gegensatz zu Fröschen oder Kröten, bei denen nur die Kaulquappen einen Schwanz tragen. Umgangssprachlich teilt man die Schwanzlurche in mehr wassergebundene Molche mit seitlich abgeflachtem Schwanz und eher landlebende Salamander mit rundem Schwanzquerschnitt ein. Viele Molche verbringen aber auch den größten Teil des Jahres an Land, und die meisten Salamander sind zur Fortpflanzung auf Gewässer angewiesen.

In Deutschland kommen natürlicherweise vier Molch- und zwei Salamanderarten vor. Der Kammmolch ist mit fast 20 cm Länge der größte einheimische Molch und fällt besonders zur Laichzeit durch den hohen Rückenkamm der Männchen auf. Teich- und Fadenmolch bleiben deutlich kleiner und werden häufig verwechselt. Zumindest in der Wassertracht kann man das Fadenmolch-Männchen leicht an seinem fadenförmigen Schwanzfortsatz erkennen. Der Bergmolch bevorzugt höhere Lagen und besitzt eine auffällig rot-orange gefärbte Unterseite mit blau-schwarzem Rücken.

Die noch auffälligere gelbschwarze Zeichnung des Feuersalamanders kennt jeder – nur selten, nach starken Regenfällen, begegnet man ihnen jedoch am Tag im Wald. Während die Molche einzelne Eier an Wasserpflanzen ablegen, bringt der Feuersalamander lebende Larven mit Außenkiemen zur Welt, die er in kleinen Bächen absetzt. Der süddeutsche Alpensalamander ist weitgehend unabhängig von Gewässern – er gebiert fertige Jungtiere, die bereits Lungen besitzen.

Unsere einheimischen Molche bevorzugen als Lebensraum naturbelassene Landschaften mit flachen, stark verkrauteten Teichen, in denen sie zur Fortpflanzungszeit im Frühling ausreichend Nahrung in Form kleiner Krebstiere und Wasserinsekten finden. Die Molchlarven können sich zwischen Wasserpflanzen auch vor räuberischen Libellenlarven und anderen Fressfeinden verstecken.

Wer Bereiche mit Wasserpflanzen in seinem Naturteich zulässt und zusätzlich einen Totholzstapel in einer Gartenecke anlegt, der bietet den Molchen und auch dem Feuersalamander gute Lebensmöglichkeiten und findet so wertvolle Hilfe bei der Gartenarbeit, denn Molche und Salamander vertilgen mit Vorliebe Schnecken. Aber Vorsicht beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – Amphibien reagieren über ihre sensible Haut besonders empfindlich auf solche Stoffe.



Der Blutegel - Vampir oder Heiler?



 

Sie sind selten geworden in deutschen Gewässern: Medizinische Blutegel. Die Verwandten des Regenwurms benötigen sauberes, unbelastetes Wasser für ihr Überleben. Bevorzugt besiedeln sie stehende Gewässer wie Teiche und Tümpel und halten sich dort in Bodennähe oder zwischen Wasserpflanzen auf.

 

An seiner Größe – bis über 15 cm – und Färbung kann man den medizinischen Blutegel gut von anderen einheimischen Egeln unterscheiden. Er besitzt auf dunklem olivgrünen Grund drei rotbraune Längsstreifen am Rücken. Der Bauch ist heller gelbgrün gefärbt und manchmal schwarz gefleckt.

 

Während der häufigste heimische Egel, der Hundeegel, sich räuberisch von Insekten und Würmern ernährt, lebt der medizinische Blutegel parasitisch. Junge Blutegel saugen an wechselwarmen Wirbeltieren wie Fischen und Amphibien, ältere Exemplare bevorzugen aber Säugetierblut. Sie werden dann schneller geschlechtsreif und produzieren mehr Eier. Die Eier werden in Kokons am Ufer des Gewässers abgelegt. Nach etwa sechs Wochen schlüpfen daraus die jungen Egel.

 

Beim Saugakt halten sich die Blutegel mit ihrem hinteren Saugnapf fest, während der vordere Saugnapf mit dem dreistrahligen Kiefer einen Zugang zum Blutgefäß herstellt. Fünf bis zehn Milliliter Blut nimmt der Blutegel beim Saugen auf, dadurch verzehnfacht sich sein Gewicht – obwohl er das Blut in seinem Magen eindickt und einen Teil des Wassers gleich wieder abgibt. So hält er auch seine Oberfläche während des Saugens feucht. In die Wunde des Wirts werden durch den Blutegel schmerzlindernde und gerinnungshemmende Substanzen injiziert. Letztere sorgen für eine bis zu 12 Stunden andauernde Nachblutung. Nach einer Blutmahlzeit kann der Egel bis zu 18 Monate hungern! Dabei kann er ein Alter von über 20 Jahren erreichen.

 

Bereits vor über 3000 Jahren setzte der Mensch nachgewiesenermaßen Blutegel zu Therapiezwecken ein. Dem Blutverlust wurde eine Vielzahl heilender Wirkungen, ähnlich wie beim Aderlass, zugeschrieben. In der modernen Medizin kommt der Blutegel besonders bei Durchblutungsstörungen und Arthrose zum Einsatz, aber auch in Sportsalben findet sich der schmerzstillende Wirkstoff aus dem Speichel des Blutegels.

 

Übergroße Angst vor Blutegeln braucht man nicht zu haben: Zum einen sind die meisten einheimischen Egel eben keine Blutsauger, zum anderen saugt sich der Blutegel erst nach einiger Zeit fest – durch die Bewegungen beim Schwimmen oder Laufen im Wasser wird er häufig unbemerkt abgeschüttelt. Um die wenigen Bestände zu bewahren, steht der medizinische Blutegel unter Artenschutz. Alle zu Therapiezwecken eingesetzten Egel stammen aus Zuchten.

 

 

 


Bedrohte Artenvielfalt





Das Jahr 2010 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Artenvielfalt ausgerufen, um damit auf den drohenden (und bereits stattfindenden) Verlust an Biodiversität (so der Fachausdruck für Artenvielfalt) hinzuweisen.

Wie viele Tier- und Pflanzenarten es weltweit gibt, weiß niemand genau. Schätzungen gehen von etwa 15 Millionen verschiedenen Arten aus – wissenschaftlich beschrieben sind weniger als 15% davon. Und täglich sterben schätzungsweise 150 Arten aus. Tiere, die unwiederbringlich für die Natur und den Menschen verloren sind; Pflanzen, die möglicherweise Wirkstoffe beinhalten, die als Heilmittel hätten eingesetzt werden können. Zwar sind seit dem ersten Auftreten von Pflanzen und Tieren in der Geschichte unseres Planeten immer wieder Arten ausgestorben, der Mensch hat diese Entwicklung jedoch rasant beschleunigt.

Die biologische Vielfalt konzentriert sich zwar auf so genannte „Hot Spots“ – Regionen, in denen extrem viele Arten auf engem Raum vorkommen. In Brasilien gibt es 56.000 höhere Pflanzenarten, in Deutschland „nur“ 2.700.  Aber weil die Auswirkungen, die das Aussterben einer einzigen Art auf das gesamte Ökosystem hat, nicht abschätzbar sind, ist es wichtig, die Artenvielfalt in allen Regionen der Erde gleichermaßen zu erhalten.

Häufig setzt ein Domino-Effekt ein: Stirbt die einzige Futterpflanze einer Raupenart aus, so verschwinden auch die Schmetterlinge, von denen sich eine spezialisierte Fledermaus ernährt hat. Verschwindet ein kleiner wasserlebender Krebs, so findet vielleicht eine Fischart keine Nahrung mehr, ebenso wenig wie der Reiher, der auf diese angewiesen war.

Die Artenvielfalt kann nur erhalten bleiben, wenn ein Schutz auf verschiedenen Ebenen stattfindet: Bedrohte Arten müssen durch konkrete Schutzmaßnahmen erhalten werden, ganze Landschaften durch abwechslungsreiche Strukturen als vielfältiger Lebensraum bestehen bleiben. Der  Klimawandel muss gestoppt werden; hierzu ist ein globales Umdenken erforderlich.

Was kann aber jeder einzelne tun? Unterstützen Sie Bio-Betriebe, die die Vielfalt unserer Kulturlandschaften erhalten – der konventionelle Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln hingegen birgt unkontrollierbare Gefahren für die Biodiversität. Recyclen Sie – je weniger Rohstoffe verbraucht werden, desto weniger Natur wird für deren Gewinnung zerstört. Und schauen Sie sich um – fast immer besteht die Möglichkeit, auch in Ihrer Nähe beim Schutz bedrohter Lebensräume aktiv zu werden!


Der Eisvogel mag kein Eis





(©Re.Ko./Pixelio
www.pixelio.de)


Der australische Lachende Hans oder Kookaburra ist aufgrund seiner an Gelächter erinnernden Stimme auch bei uns berühmt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass er zur Gruppe der Eisvögel gehört, deren einziger mitteleuropäischer Vertreter ganzjährig in der Nähe von Gewässern zu beobachten ist.

Der einheimische Eisvogel besticht durch sein blaumetallisch glänzendes Gefieder mit rotbrauner Körperunterseite. Sein Körperbau ist gedrungen; der Schnabel aber auffallend lang. Diesen setzt er bei der Jagd sehr geschickt ein. Die Nahrung des einheimischen Eisvogels besteht hauptsächlich aus kleinen Fischen und anderen Wassertieren, die er von einem Ansitz aus durch blitzschnelles Stoßtauchen ins Wasser erbeutet.

Er benötigt stehende oder langsam fließende Gewässer für den Beutefang, die aber bei Minustemperaturen die Gefahr des Einfrierens bergen. Dies ist für den Eisvogel lebensbedrohlich, da er dann nicht mehr an seine Nahrung gelangen kann. Auch Staudämme und Wehre, die zu einer Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit führen, lassen Bäche schneller zufrieren.

Zur Fortpflanzung gräbt der Eisvogel Brutröhren in steilen, lehmigen Uferböschungen. Dort werden im März/April bis zu neun Eier abgelegt, aus denen nach drei Wochen die Jungvögel schlüpfen. Nach weiteren ca. 25 Tagen sind die Jungen flügge. Bei zusagenden Bedingungen kann im selben Jahr auch noch eine zweite und dritte Brut aufgezogen werden. Hochwasser führen allerdings häufig zum Verlust der Brut: Durch Überschwemmungen werden die Niströhren zerstört, und im trüben Wasser finden die Vögel nicht ausreichend Nahrung für den Nachwuchs. Während die Männchen ihr Revier selbst im Winter nur bei Nahrungsmangel verlassen, ziehen Weibchen und Jungvögel häufig über größere Strecken.

Woher der Name Eisvogel rührt, ist übrigens nicht eindeutig geklärt: In strengen Wintern, wenn viele Gewässer zugefroren sind, wagt sich der Eisvogel auch an noch offene Teiche in Siedlungen, so dass die Bewohner seine Anwesenheit mit viel Eis in Verbindung brachten und ihm den Namen Eisvogel gaben – so zumindest ein Erklärungsversuch. Ebenso wahrscheinlich ist aber ein Bezug auf sein Gefieder: Ist er der rostrote Eis(en)vogel oder kommt der Name vom altdeutschen Wort „eisan“ (schillern)? In jedem Fall stellen Eisvögel mit ihrem interessanten Verhalten eine Bereicherung der einheimischen Vogelwelt dar und zeigen mit ihren Vorkommen an, wo die Gewässerqualität noch hochwertig ist.


Der Feldhase - ein bedrohtes Symboltier





(©K.F.Domnik/Pixelio
www.pixelio.de)


Der Winter hält Einzug in Deutschland mit Kälte, Eis und Schnee. Viele Kleintiere verschlafen den Winter gut geschützt in ihrem Bau – nicht so der Feldhase. Er ist das kleinste einheimische Säugetier, das den Winter im Freien verbringt. Auch bei Frost zieht er sich lediglich in eine flache Mulde, seine Sasse, zurück. Fällt dann Schnee, so lässt er sich einschneien und ist damit für Fressfeinde fast nicht zu entdecken. Als Wärmeisolierung dient ihm auch das dichtere Winterfell, welches im Gegensatz zum rostbraunen Sommerfell eine in der kalten Jahreszeit weniger auffällig graubraune Färbung aufweist.

Häufig wird der Feldhase mit dem Wildkaninchen verwechselt und auch die Umgangssprache führt hier zu Verwirrungen: Bei „Stallhasen“ und „Zwerghasen“ handelt es sich jedoch in Wirklichkeit um Kaninchen. Der Einzelgänger Feldhase wäre auch nicht für eine Heimtierhaltung geeignet – selbst verwaiste und handaufgezogene Tiere bleiben meist sehr scheu. Einfach kann man Wildkaninchen und Feldhasen übrigens an den Ohren unterscheiden: Die Löffel des Feldhasen sind deutlich länger und besitzen eine schwarze Spitze. Auch insgesamt wird der Feldhase mit 70 cm Körperlänge und bis 5 kg Gewicht größer.       

Der Nachwuchs des Feldhasen – es kommen meist zwei bis drei Jungtiere zur Welt – kommt im Gegensatz zu den blinden und nackten Kaninchen-Jungen als Nestflüchter bereits behaart und mit geöffneten Augen zur Welt.

Leider gab es seit den 70er Jahren einen massiven Rückgang der Feldhasenbestände in Deutschland. Hierfür spielt das Verschwinden geeigneter Biotope mit ausreichend Deckung und Nahrung eine wichtige Rolle. Aber auch verschiedene Krankheiten setzen den einheimischen Populationen stark zu.

Der Feldhase muss sich im täglichen Überlebenskampf mit einer schon sprichwörtlichen Zahl von Feinden auseinandersetzen: Greifvögel, Füchse, Marder und viele andere Räuber, aber auch wildernde Hunde und Katzen stellen eine Gefahr für ihn dar. Deshalb ist es zum Schutz der bedrohten Hasen wichtig, Hunde beim Freilauf immer unter Kontrolle zu halten. Besonders im Winter kostet jede Flucht den Feldhasen sehr viel Energie und stellt damit eine lebensbedrohliche Stresssituation dar.

In der Regel duckt sich der Feldhase bei Annäherung jedoch zunächst tief in seine Sasse und flüchtet erst im letzten Moment mit Sprüngen und Hakenschlagen. Dabei kann er über zwei Meter hoch und sieben Meter weit springen und erreicht Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h. Leider hilft diese beeindruckende Höchstgeschwindigkeit dem Feldhasen nicht immer: Etwa 100.000 Tiere fallen jährlich dem Straßenverkehr zum Opfer.

Gute Möglichkeiten zur Beobachtung von Feldhasen bieten sich vor allem im Januar und Februar, wenn die Tiere während ihrer Hauptfortpflanzungszeit auch tagsüber aktiv sind und die Felder nur wenig Deckung bieten.




Warum Kaninchen ihren Kot fressen




Häufig wenden sich besorgte Kaninchenhalter an den Tierarzt oder Zoofachhändler mit der Frage: „Mein Kaninchen frisst seinen Kot, das ist doch nicht normal?“. In der Regel besteht jedoch kein Grund zur Besorgnis, denn dieses Verhalten ist für Kaninchen nicht nur normal, sondern sogar lebensnotwendig. Um die Gründe hierfür zu verstehen, muss man sich ein wenig mit der Ernährungsweise von Kaninchen beschäftigen.

Grundnahrungsmittel des Kaninchens ist Heu, welches immer zur freien Verfügung stehen muss. Heu besteht aber hauptsächlich aus Rohfaser, die vom Kaninchen selbst nicht verdaut werden kann, da ihm das betreffende „Werkzeug“, ein Enzym, fehlt. Dieses Enzym besitzen aber Bakterien, die sich im Blinddarm des Kaninchens in großer Zahl ansiedeln. Diese Bakterien schließen die Rohfaser auf und erzeugen so wertvolle Kohlenhydrate, Fettsäuren und Vitamine. Diese Stoffe sind dann zwar prinzipiell für das Kaninchen verfügbar – aber leider erfolgt deren Aufnahme nur im Dünndarm, der sich vor dem Blinddarm befindet.

So bleibt für den Nahrungsbrei nur der Weg durch den Dickdarm zum After. Damit aber die Nährstoffe (übrigens auch wertvolles Bakterieneiweiß) nicht verloren gehen, wird der aufgeschlossene Blinddarm-Inhalt als so genannter Blinddarmkot abgesetzt, der sich auch optisch von normalen, trockenen Kötteln unterscheidet: Blinddarmkot ist recht weich und von einer schützenden Schleimhülle umgeben. Diesen Kot nimmt das Kaninchen direkt vom After auf – hauptsächlich erfolgt dies während der Ruhephasen und damit unbemerkt vom Halter.

Beim der zweiten Magen-Darm-Passage können dann die Nährstoffe und Vitamine des Blinddarmkots im Dünndarm aufgenommen werden und stehen endlich dem Kaninchen zur Verfügung. Diesen „Trick“ nutzen übrigens nicht nur Kaninchen, um Rohfaser verwerten zu können, sondern auch andere beliebte „Heufresser“ wie Meerschweinchen, Degu oder Chinchilla.

Da die nützlichen Bakterien im Blinddarm sehr empfindlich auf eine plötzliche Nahrungsumstellung reagieren und es dann schnell zu Durchfällen oder Fehlgärungen beim Tier kommen kann, dürfen neue Nahrungsmittel (z. B. frisches Gras im Frühling oder Heupellets eines anderen Herstellers) nur langsam und schrittweise dem gewohnten Futter beigemischt werden.

Und warum fressen Pferde und Kühe, deren Hauptnahrung ja ebenfalls aus Gras und Heu besteht, nicht ihren eigenen Kot? Weil sie alternative Wege gefunden haben, ihre Nährstoffversorgung zu gewährleisten: Ein Wiederkäuer wie die Kuh besitzt einen gegliederten Magen, in dem bereits der Aufschluss der Rohfaser erfolgt – also vor dem Dünndarm, in dem die Stoffe dem Körper zugeführt werden. Pferde hingegen werden als Enddarmfermentierer bezeichnet: Bei ihnen sitzen die nützlichen Bakterien sowohl im Blinddarm als auch im Dickdarm. Ein ungewöhnliches Phänomen ermöglicht diese Art der Verdauung: Pferde können die Nährstoffe und Vitamine aus der Rohfaser noch im Dickdarm aufnehmen!


Überwinterung von Landschildkröten





In Deutschland werden häufig Griechische und andere mediterrane Landschildkröten gepflegt. Die meisten Arten verbringen als wechselwarme Tiere die kalte Jahreszeit in einer Winterstarre. Bei vielen Haltern herrscht jedoch Unklarheit darüber, wie die optimale Überwinterung aussieht. Deshalb einige Tipps:


In der Natur dauert die Winterstarre durchschnittlich 5 Monate, die genaue Dauer hängt von den Verhältnissen im natürlichen Verbreitungsgebiet ab. Sinkende Außentemperaturen, kürzere Tageslänge und das knapper werdende Futterangebot sind Signale für die Schildkröte, sich auf die Winterstarre vorzubereiten. Die Aktivität des Tieres lässt nach und die Nahrungsaufnahme wird langsam eingestellt. Schließlich gräbt sich das Tier in den Erdboden ein und verbringt dort den Winter.

In Deutschland ist eine ungeschützte Überwinterung im Freiland nicht zu empfehlen: Zu tiefe Temperaturen führen zum Tode der Tiere; Nager können die wehrlosen Schildkröten anknabbern.

Wer hingegen über ein Gewächshaus oder Frühbeet verfügt, kann den Tieren hier eine naturnahe Überwinterung ermöglichen. Die Tiere können dann selbst den Zeitpunkt bestimmen, wann sie mit der Winterstarre beginnen. Allerdings muss zum Schutz vor Mäusen eine Wanne bis in mindestens 50 cm Tiefe reichen. Als Substrat hat sich eine Mischung aus Erde und Rindenmulch bewährt, die feucht gehalten und mit einer dicken Schicht aus Stroh abgedeckt wird.

Auch eine Überwinterung im (kalten!) Keller ist möglich, alternativ auch in einem Kühlschrank. Die Temperaturen müssen jeweils bei 2 bis 6 °C liegen. Hier ist eine Kontrolle der Schildkröten möglich, allzu häufige Störungen und insbesondere ein zwischenzeitliches Ansteigen der Temperatur müssen aber unbedingt vermieden werden. Besonders wichtig ist das regelmäßige Anfeuchten des Substrats. Ein Nachteil dieser Methoden besteht darin, dass die Schildkröte über Beginn und Ende der Winterstarre nicht selbst entscheiden kann.

Oftmals scheut sich der Tierhalter davor, bereits die kleinen Schlüpflinge zu überwintern. Diese verfallen aber in der Natur genau wie die erwachsenen Schildkröten in Winterstarre – verwehrt man ihnen dies durch gleich bleibend hohe Temperaturen, so werden die Tiere häufig krank und erreichen nicht ihr normales Lebensalter. Der Winter kann für Jährlinge aber etwas kürzer ausfallen – 2 bis 3 Monate bei den oben genannten Temperaturen sind ausreichend. Eine Ausnahme sind kranke oder verletzte Tiere, die frühestens nach dem Wiedererlangen ihrer Gesundheit überwintert werden dürfen. Wurde bei der Schildkröte eine Wurmkur durchgeführt, so sollte ebenfalls ein ausreichender Zeitabstand bis zum Beginn der Überwinterung liegen – fragen Sie Ihren Tierarzt!

Auf das oft empfohlene Baden der Tiere vor der Überwinterung kann übrigens verzichtet werden: Der Darm entleert sich automatisch mit abnehmendem Appetit der Schildkröten bei sinkenden Temperaturen im Herbst.

Wenn Sie diese Tipps befolgen, wird die kalte Jahreszeit für Ihr gepanzertes Haustier nicht zum Risiko – und Sie haben im nächsten Frühling wieder viel Freude an ihm!


Biblische Plagen?





(©M.Möller/Pixelio)


Nicht nur die Heuschreckenschwärme der Antike verbreiteten Angst und Schrecken: Erst vor wenigen Wochen machte ein Glücksbringer negative Schlagzeilen. Norddeutschland erlebte eine Invasion der Marienkäfer. Bäume, Häuser, ganze Straßen waren mit einer dichten Decke von kleinen Käfern bedeckt. Auch wenn es gelegentlich zu harmlosen Bissen der rot-schwarzen Krabbler kam – eine echte Gefahr für den Menschen geht von Marienkäfern nicht aus.

Anders sieht es da beim Eichen-Prozessionsspinner, einer Falterart, die in den letzten Jahren auch vermehrt auftritt, aus. Der Körper der Raupen ist mit langen Brennhaaren bedeckt, die beim Kontakt mit der menschlichen Haut zu entzündlichen allergischen Reaktionen führen. In den Gespinstnestern, in denen die Raupen sich verpuppen, sind noch nach Jahren solche Brennhaare vorhanden!

Wie kann es nun zu einem massenhaften Auftreten bestimmter Tierarten kommen? Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Im Normalfall wird der Bestand einer Tierart durch den verfügbaren Platz, die vorhandene Nahrung sowie Fressfeinde und Parasiten oder Krankheiten reguliert.

Vermehrt sich eine Art stark, so gibt es viel Nahrung für die Fressfeinde und deren Population wächst – mit leichter Verzögerung. Viele Feinde dezimieren dann die Opfer, deren Bestand zusammenbricht und sich erst nach einigen Jahren wieder erholt. Dann geht alles von vorne los. Dasselbe gilt für das Futterangebot: Viel Nahrung führt zu rasanter Vermehrung, in Kombination mit guter Witterung sinkt die Jungensterblichkeit. Durch den hohen Bestand wird die Nahrung aber bald knapp und die Populationsdichte reguliert sich von selbst.

Das Eingreifen des Menschen kann allerdings den natürlichen Zyklus unterbrechen und für dramatisches Ungleichgewicht sorgen: Wird z. B. der wichtigste Fressfeind einer Art ausgerottet (oder durch den unkontrollierten Einsatz von Pestiziden stark dezimiert), so
Können sich andere Tiere extrem vermehren – bis auch hier Mangel an Nahrung und Besiedlungsraum die Grenze darstellt. Vorher kann es allerdings zu massiven Flurschäden oder anderen Beeinträchtigungen kommen.

Und wie sieht es mit den weit bekannten Lemmingen aus, die ihre Anzahl über Massenselbstmorde regulieren? Hierbei handelt es sich um einen Mythos: Zwar unterliegen auch ihre Populationen einer zyklischen Bestandsschwankung, auf explosionsartige Vermehrung folgt Nahrungsmangel und die Tiere machen sich auf den Weg, um neue Lebensräume zu besiedeln. Das Hinabspringen von Klippen wurde allerdings in den 50er Jahren für einen Tierfilm inszeniert – freiwillig würde ein Lemming sich niemals zu Tode stürzen.



Einheimische Giftschlagen





(©D.Bleyenberg/Pixelio)


Die Begegnung von Menschen mit unseren einheimischen Schlangen endet häufig tödlich – allerdings für die Schlange. Denn im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung sind die meisten einheimischen Schlangen harmlos, und auch die beiden giftigen Arten fliehen bei Störungen und greifen den Menschen nur im äußersten Notfall an, wenn sie sich massiv bedroht fühlen.


Selbst wenn es einmal zu einem Biss der weit verbreiteten Kreuzotter oder der seltenen, nur im Südwesten vorkommenden Aspisviper kommt, so besteht in der Regel keine Lebensgefahr. Die Stärke des Giftes sowie die injizierte Giftmenge ist sehr gering. So kommt es, dass manche Menschen, die versehentlich auf eine Kreuzotter treten, den Biss nicht einmal bemerken.

Der gefährlichere Part bei der Begegnung Schlange – Mensch ist also meist letzterer. Mit Stöcken und Messern setzt er sich gegen das vermeintlich gefährliche Reptil zur Wehr – oft wird übrigens auch die ungiftige Schlingnatter mit einer Kreuzotter verwechselt. Dabei möchte die Schlange nur ihre Ruhe und schlängelt sich häufig unbemerkt bereits bei Annäherung von Menschen davon.

Besser ist es also, den Schlangen gelassen zu begegnen. Ein Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter reicht aus, die Schlange nicht in Alarmzustand zu versetzen und ermöglicht interessante Beobachtungen. Fühlt sich die Schlange dennoch gestört, so wird sie immer zuerst versuchen, ein schützendes Versteck zu erreichen – auf den Menschen zu bewegt sie sich nur dann, wenn zufällig das Versteck in dieser Richtung liegt.

Übrigens: Die häufig für eine Schlange gehaltene Blindschleiche ist in Wirklichkeit näher mit den Eidechsen verwandt. Wie diese kann sie bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen. Auch sind Blindschleichen nicht wirklich blind – ihr Name ist eine Verballhornung von „blinkende Schleiche“, was auf ihre glänzenden Schuppen zurückzuführen ist. Und natürlich sind Blindschleichen völlig harmlos! Sie tanken aber bevorzugt auf Kieswegen Wärme und fallen dann leider häufig Radfahrern zum Opfer.



Tiere im Sommer




Je wärmer es im Sommer wird, desto mehr schwitzen die Menschen. Dies dient der Abkühlung durch Verdunstungskälte. Bei besonders hohen Temperaturen kann der Mensch auch seine Hüllen fallen lassen - wie sieht es jedoch in der Tierwelt aus?


Nur wenige Tiere besitzen ähnlich viele Schweißdrüsen wie der Mensch. Pferde können am ganzen Körper schwitzen – wie jeder Reiter bestätigen kann. Den meisten Arten steht diese Form der Abkühlung mangels Schweißdrüsen jedoch nicht zur Verfügung; sie können also nicht nennenswert schwitzen. Eine Möglichkeit, sich durch Verdunstung abzukühlen gibt es aber doch: Nämlich dort, wo schon Feuchtigkeit vorhanden ist, z. B. auf der Zunge. Deshalb hecheln Hunde, wenn es ihnen zu warm wird und zeigen damit an, dass es höchste Zeit ist, ihnen Wasser und einen kühleren, schattigen Ort zu bieten.

 

Die meisten wildlebenden Tiere ziehen sich vor der brennenden Sonne an geschützte Stellen zurück – oder verstecken sich einfach in ihrem Häuschen wie manche Schnecken und verschließen die Öffnung mit einem immer vorhandenen oder neu gebildeten Deckel. Manche Amphibien graben sich ein und überdauern die heißen Monate in einer Trockenstarre. Erst beim nächsten Regenguss werden sie wieder „zum Leben erweckt“.

 

Eine Schlammpackung dient bei Säugetieren nicht nur der Abtötung von Hautparasiten, sondern sorgt auch für angenehme Kühlung. Bienen spucken Wasser auf die Waben und sorgen mit schnell schlagenden Flügeln für eine funktionierende Klimaanlage im Bienenstock.

 

Doch nicht nur die hohen Temperaturen bergen eine Gefahr für viele Lebewesen. Zum Schutz vor übermäßiger UV-Strahlung ziehen sich beispielsweise Chamäleons ins Blätterdickicht zurück, wenn sie genügend Sonne getankt haben – manch ein Mensch könnte sich daran ein Beispiel nehmen!

 


Wildbienen





Wildbienenhotel

Jeder kennt sie: Die Honigbiene. Dass es in Deutschland aber über 500 wildlebende Bienenarten gibt, ist weitgehend unbekannt. Viele dieser Bienen bilden keine Bienenstöcke, sondern leben einzeln (Solitärbienen). Sie legen ihre Brutgänge meist im Erdboden, altem Holz oder Pflanzenstängeln an. Leider gibt es in der aufgeräumten Kulturlandschaft viel zu wenige Nistmöglichkeiten für unsere Wildbienen und auch die Futterpflanzen der oft stark spezialisierten Insekten sind rar geworden. Mit einfachen Mitteln können aber Möglichkeiten geschaffen werden, die den Nützlingen ein Überleben sichern.

Man braucht sich keine Sorgen über die Gefährlichkeit von Wildbienen zu machen. Im Unterschied zu Honigbienen müssen sie keinen Staat verteidigen – sie sind deshalb dem Menschen gegenüber nicht aggressiv. Selbst wenn man unbeabsichtigt auf das Tier tritt, kann der Stachel der meisten Arten die dicke Haut der Fußsohle nicht durchdringen! Im Gegensatz zu Wespen werden Wildbienen auch nicht von süßen Naschwaren angelockt – der Cafetisch ist für sie uninteressant.

Bereits das einfache Anlegen von vegetationsarmen Flächen mit Sand- oder Lehmboden sorgt für ideale Bedingungen für viele Sandbienen. Auch Trockenmauern schaffen Nistmöglichkeiten für Wildbienen – und bieten gleichzeitig einer Fülle anderer seltener Tierarten Unterschlupf.

Wer auch für Holz- und Mauerbienen einen Lebensraum schaffen möchte, kann ein Wildbienenhotel anlegen: In Scheiben von Baumstämmen werden Löcher unterschiedlicher Stärke gebohrt. Am besten verwendet man verschiedene Holzarten (Hart-, Weichholz), um möglichst viele Wildbienenarten anzusprechen. Trockene Pflanzenstängel (z. B. dünne Bambusstäbe oder Holunder) bindet man zu Bündeln zusammen. Lochsteine werden mit Lehm aufgefüllt, in dem die Bienen ihre Brutgänge graben können. Durch Kombination der verschiedenen Elemente lässt sich ein attraktives Wildbienenhotel erstellen. Wichtig ist noch ein sonniger Standort und ein Dach als Regenschutz.

Ebenso wichtig wie das Anbieten von Brutmöglichkeiten ist auch das Vorhandensein der jeweiligen Futterpflanzen für die Wildbienen. Auf einem englischen Rasen finden die Tiere keinen Pollen und Nektar; durch das Einsäen einer Wildblumenwiese können mit geringem Aufwand vielfältige Futterquellen für Wildbienen und andere Insekten geschaffen werden. Übrigens profitieren natürlich auch seltene Vögel von der Insektenvielfalt! Vielleicht findet sich ja auch in Ihrem Garten Platz für ein Wildbienenhotel mit angrenzender Blumenwiese?



Neubürger im Gartenteich







(©Jürgen Hirt/BNA)

Im Frühling bietet der Zoofachhandel wieder eine große Auswahl an Fischen für den Gartenteich an. Neben einheimischen Arten und deren Zuchtformen findet sich auch eine Reihe bei uns nicht heimischer Fische im Sortiment. Wenn diese Tiere in natürliche Gewässer gelangen und dort dauerhaft überleben oder sich sogar fortpflanzen, können sie großen Schaden anrichten. Wer also solche Neozoen (Neubürger) in seinem Teich pflegen möchte, sollte ein paar Grundregeln beachten:

Ein Entweichen der Fische (z.B. durch Überschwemmung des Teichs) in andere Gewässer muss ausgeschlossen werden!
Ebenso dürfen zu groß gewordene Fische keinesfalls im nächsten Bach oder See ausgesetzt werden!
Wenn sich die Fische vermehren, darf eine Abgabe nur unter Hinweis auf das Gefährdungspotential geschehen!

Verschiedene gebietsfremde Fischarten sind leider bereits in Deutschland eingebürgert. So führt der nordamerikanische Sonnenbarsch, ein gefräßiger Laichräuber, zu großen Verlusten bei einheimischen Amphibien und Fischen. Blaubandbärblinge aus Südostasien gefährden Vorkommen der Elritze und asiatische Bitterlinge setzen die ohnehin schon selten gewordenen europäischen Bitterlinge zusätzlich unter Druck.

Aber auch andere wasserlebende Neubürger bedrohen unsere einheimische Tierwelt: Der amerikanische Flusskrebs wurde vor über 100 Jahren zu Speisezwecken eingebürgert, brachte aber leider einen Erreger (die Krebspest) mit, der die einheimischen Edelkrebse an den Rand des Aussterbens drängte. Nordamerikanische Ochsenfrösche stellen durch ihre Größe und Durchsetzungsfähigkeit eine immense Gefahr für alle einheimischen Amphibien dar.

Neben den bereits aufgeführten Arten kommen z. B. auch Gras- und Marmorkarpfen sowie Katzenwelse nicht natürlicherweise in Deutschland vor, so dass sich ein Aussetzen der Tiere verbietet. Und beliebte Zuchtformen wie Goldfische, Koikarpfen, Goldelritzen oder Goldorfen hätten mit ihrer auffälligen Färbung in der Natur kaum eine Überlebenschance – ihr Platz ist im Gartenteich, wo sie ihrem Pfleger viel Freude bereiten können.



Frühlingserwachen im Gartenteich




Mit dem Beginn des Monats März hält der Frühling langsam Einzug in Deutschland. Auch im und um den Gartenteich findet das Frühlingserwachen statt. Nun ist der richtige Zeitpunkt, den Teich fit für die neue Saison zu machen. Alle Arbeiten sollten aber erst ab einer Wassertemperatur von 10 - 12 °C vorgenommen werden, um die Tiere nicht schon in ihrer Winterruhe zu stören.


Wenn die Frostgefahr gebannt ist, kann der Eisfreihalter abgebaut werden. Dann sollte zunächst eine optische Kontrolle des Teichs erfolgen: Gibt es abgestorbene Pflanzenreste oder gar tote Tiere, die aus dem Teich entfernt werden sollten? Ein Wassertest hilft ebenfalls, den Zustand des Teichs zu beurteilen. Falls nötig, kann ein Teilwasserwechsel durchgeführt werden – auch in Kombination mit Schlammabsaugen vom Teichboden. Bitte nie mehr als ein Drittel des Wassers auf einmal austauschen, da sonst das Gleichgewicht im Teich empfindlich gestört werden kann. Kontrollieren Sie auch die Kapillarsperre am Teichrand – ein durch Pflanzenwurzeln oder Schäden an der Folie sinkender Wasserstand macht sich jetzt bemerkbar.

Mit steigenden Wassertemperaturen werden auch die Fische wieder aktiver. Eine Fütterung darf aber auch erst bei über 12 °C Wassertemperatur erfolgen, da sonst das Futter nicht richtig verwertet wird. Kontrollieren Sie Anzahl und Gesundheitszustand der Fische: Sind noch alle Tiere vorhanden? Bewegen sich die Fische normal? Gibt es Schleimhautveränderungen oder Flossenschäden? Im wärmeren Wasser können krankmachende Keime sich schneller vermehren und vorgeschädigte Fische befallen – ziehen Sie im Zweifelsfall einen spezialisierten Tierarzt hinzu! Neue Fische sollten übrigens erst nach Abschluss der Frühjahrsarbeiten in den Teich eingesetzt werden, um ihnen Stress zu ersparen.

Um mit Beginn der Fütterung das biologische Gleichgewicht im Teich zu erhalten, sollten jetzt auch Teichpumpen und Filter wieder in Betrieb genommen werden. Falls diese nicht im Herbst gesäubert wurden, muss eine Reinigung unbedingt vor Inbetriebnahme erfolgen. Ein UVC-Wasserklärer kann die Keimbelastung gering halten.

Nun geht es an die Pflanzenpflege: Schilf und Rohrkolben werden vor dem Neuaustrieb zurückgeschnitten; die übrigen Pflanzenbestände werden je nach Wuchsfreudigkeit ausgedünnt bzw. aufgefrischt oder erneuert, damit man im Sommer üppiges Wachstum im und am Teich genießen kann.

Sie haben noch keinen Gartenteich? Dann ist der Frühling die beste Zeit, um eine beruhigende Wasseroase für Ihren Garten anzulegen. Der Fachhandel berät Sie gerne!

 


Was blüht so früh?




Anfang Februar, der Winter hat Deutschland fest im Griff. Zum Waldspaziergang muss man sich warm anziehen. Doch was ist da? Am kahlen Waldboden findet sich frisches Grün mit zarten weißen Blüten: Das Schneeglöckchen gehört zu den Frühblühern in der Pflanzenwelt. Selbst bei Eis und Schnee schickt es seine frischen grünen Triebe der Sonne entgegen.


Auch eine Reihe anderer Pflanzen erfreut uns bereits vor Einbruch des Frühlings: Ob die gelben Blüten von Winterling und Scharbockskraut, weiße Buschwindröschen oder violette Leberblümchen – sie alle blühen bereits im Februar und März.

Warum haben es diese Blumen so eilig? Die Erklärung liegt im Konkurrenzkampf der Pflanzen. Im Sommer herrscht aufgrund des Blätterdachs der Bäume am Waldboden nur diffuses Licht – die Zeit der genügsamen Schattenpflanzen. Im zeitigen Frühjahr jedoch dringt das Licht ungehindert bis zu den krautigen Pflanzen in Bodennähe vor.

Auf den Wiesen zeigt sich ein ähnliches Bild: Im Frühling, bevor das starke Wachstum der Gräser einsetzt, blühen die Krokusse ungehindert. Auch manche Bäume machen sich die Zeit vor dem Laubaustrieb zunutze: Die Pollen der im März blühenden Erle können vom Wind weit verweht werden, ohne durch ein Laubdach abgefangen zu werden.

Nicht nur die steigende Lichtmenge der länger werdenden Tage hilft den Frühblühern, sie bereiten sich auch schon viele Monate im Voraus auf die Blüte vor: Bereits im Vorjahr werden Speicherstoffe wie Stärke in unterirdische Zwiebeln, Knollen und Wurzelstöcke eingelagert. Diese Reserven liefern dann die Energie für Austrieb und Blüte.

Selbst Frostschutzmittel lagern einige Frühblüher (z.B. das Schneeglöckchen) in ihre Triebe ein, um sich vor Kälte zu schützen. Bestimmte Salze sorgen dafür, dass die Pflanzensäfte nicht einfrieren. Beim Scharbockskraut wächst die Außenseite der Blüte schneller als die Innenseite und schützt die empfindliche Blüte so vor Minusgraden. Das Scharbockskraut verdankt seinen Namen der Tatsache, dass es im Frühjahr eines der ersten Kräuter war, die zur Verfügung standen und deren Verzehr gegen Vitamin C-Mangel (Skorbut = Scharbock) half.

Und im Sommer? Während viele Pflanzen erst jetzt wachsen und blühen, sind die Frühblüher meist schon wieder verschwunden, ihre Blüten, Blätter und Stängel verdorrt, denn sie haben ausreichend Energiereserven für das nächste Jahr in ihren Speicherorganen bevorratet und überdauern die Zeit bis zum Frühling in Form dieser unterirdischen Knollen und Zwiebeln, um uns dann wieder mit ihrer Pracht zu erfreuen.


Winterschlaf, Winterruhe & Co.




Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und der erste Nachtfrost kommt, stehen unsere einheimischen Tiere vor einem Problem: Der Energiebedarf steigt, aber das Nahrungsangebot wird knapper. Der Mensch zieht sich im Winter wärmer an; manche Tiere legen sich ein dickes Winterfell und Fettpolster zu. Eine andere Möglichkeit, diesem Dilemma zu entgehen, besteht darin, die Winterzeit zu „verschlafen“. Doch Schlaf ist nicht gleich Schlaf!

Beim echten Winterschlaf werden alle Körperfunktionen stark gedrosselt. Herzschlag und Atmung sind äußerst verlangsamt und der Stoffwechsel läuft auf Sparflamme. Die Körpertemperatur fällt hierbei auf extrem niedrige Werte zwischen 5 und 15 °C. Sinkt die Umgebungstemperatur noch weiter ab, so wacht der Winterschläfer wieder auf – sonst würde er im Schlaf erfrieren. Viele kleine Säugetiere betreiben einen Winterschlaf, so zum Beispiel Murmeltiere, Igel oder Fledermäuse. Igel (aber auch andere Kleintiere) nutzen sehr gerne vom Menschen angelegte Holz- und Laubhaufen als Überwinterungsquartier.

Für größere Säugetiere wie den Bären wäre ein Winterschlaf nicht effektiv, da er beim Eintritt in den Winterschlaf aufgrund seiner Körpermasse zu langsam abkühlt und beim Wiederaufwachen zu viel Energie benötigen würde! Bären halten daher nur eine Winterruhe. Hierbei wachen die Tiere regelmäßig auf, um Nahrung zu sich zu nehmen sowie Kot und Urin abzusetzen. Die Körpertemperatur wird bei der Winterruhe nur geringfügig abgesenkt; aber bereits dies führt zu einer überlebenswichtigen Energieeinsparung.

Vögel besitzen eine sehr hohe Körpertemperatur und benötigen deshalb vergleichsweise viel Energie, um ihren Stoffwechsel aufrecht zu erhalten. Die Zugvögel weichen in südliche Gefilde aus und kehren erst mit steigenden Temperaturen im Frühling zurück. Viele zurückbleibende Arten stellen in der kalten Jahreszeit ihre Ernährung auf fettreicheres Futter um. Und manche Vögel, z. B. Mauersegler oder Ziegenmelker, machen sogar eine Winterruhe durch.

Alle wechselwarmen Tiere, die ihre Körperwärme nicht selbst produzieren, sondern sich der Umgebungstemperatur anpassen müssen, verfallen in eine Winterstarre. Dies gilt für Amphibien (z. B. Frösche und Molche), Reptilien (Eidechsen, Schildkröten) und Insekten. Sie graben sich im Erdreich ein oder suchen geschützte Stellen wie Ritzen in Holz. Viele Frösche und Insekten bilden sogar eine Art Frostschutzmittel, das dafür sorgt, dass ihre Körperflüssigkeit auch bei Minusgraden nicht einfriert.

Fische ziehen sich in tiefere Wasserschichten zurück, in denen auch bei einer geschlossenen Eisdecke an der Oberfläche immer noch 4 °C Wassertemperatur herrschen – vorausgesetzt, das Gewässer hat eine Mindesttiefe von etwa 1 m.


Winterfütterung




Die Winterfütterung einheimischer Vögel stellt einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in Deutschland dar. Aufgrund der weiterhin fortschreitenden Zerstörung der natürlichen Lebensräume und einer Intensivierung der Landwirtschaft kommt es zu drastischen Engpässen im natürlichen Nahrungsangebot der Vögel. Gerade im Winter fehlen Hecken, alte Baumbestande und naturbelassene Wiesen. Futterstellen können hier eine wertvolle Ergänzung darstellen. Experten befürworten inzwischen nicht nur eine (durchgängige!) Winterfütterung, sondern sogar – die bereits seit Jahrzehnten in England erfolgreich praktizierte – Ganzjahresfütterung.

In unserer leeren Kulturlandschaft sind Sämereien häufig Mangelware und genau hier greift die Winter- und Ganzjahresfütterung. unterstützend ein. Besonders wichtig ist es, nicht erst ab Beginn einer winterlichen Notsituation zu füttern, damit die Vögel eine Futterstelle rechtzeitig finden und sich merken können. Auch sollte während Phasen milden Wetters die Fütterung nicht unterbrochen werden. Nur so können die Vögel sich notwendige Fettvorräte für die nächste Kälteperiode zulegen. Im Frühjahr wird besonders viel hochwertige Nahrung in Vorbereitung auf die Brut benötigt; auch hier sollte eine Fütterung fortgeführt werden. Während der Brut benötigen die Eltern nochmals zusätzliche Energie, und im Sommer/Herbst können Futterstellen den Jungvögeln einen wertvollen Vorsprung im Überlebenskampf liefern.

Bei der Fütterung von Vögeln sind allerdings einige Grundregeln zu beachten:

Vögel brauchen das richtige Futter! Zunächst gilt es festzustellen, welche Vogelarten in der Umgebung der Futterstelle vorkommen. Die Beobachtung hilft, anhand des Artenspektrums und der Individuendichte die Winterfütterung zu planen. Handelt es sich bei den beobachteten Vogelarten um Körnerfresser, Weichfresser oder Allesfresser? Entsprechend ist ein geeignetes Futter anzubieten. Der Handel bietet in der Zwischenzeit ein breites Sortiment an speziellen Futtermischungen an.

Energie muss her! Vögel besitzen eine enorm hohe Körpertemperatur von 39 – 42° C. Um im Winter fit und warm zu bleiben, brauchen die Tiere viel Energie. Winter-Streufutter für Körnerfresser sollte daher einen hohen Anteil an Sonnenblumenkernen und Hanf enthalten, aber nur wenig Getreide aufweisen, da dieses vergleichsweise ungern angenommen wird. Auch Erdnüsse stellen ein besonders hochwertiges Winterfutter dar.
Die meisten Weichfresser stellen in den Wintermonaten ihre Ernährung auf Gemischtkost um. Fettfutter kann unter Verwendung von Rindertalg leicht selbst hergestellt und in umgedrehten Blumentöpfen, Kokosnussschalen o. ä. ausgehängt werden. Eine einfache Alternative stellen Meisenknödel dar, allerdings bergen die Plastiknetze eine große Verletzungsgefahr für die Vögel. Zusätzlich können Apfelhälften ausgelegt werden. Essensreste, Backwaren sowie gewürztes oder gesalzenes Futter sind ungeeignet!

Futter verteilen! Vorteilhaft ist die Einrichtung mehrerer kleiner Futterplätze im Vergleich zu einer großen Futterstelle. Dies verringert das Risiko von Infektionen und ermöglicht auch kleineren Vogelarten das Fressen. Das Futter sollte jeweils dort angeboten werden, wo die betreffenden Arten auch natürlicherweise fressen: An Bäumen, auf dem Boden etc.
Eine vor Regen und Witterung geschützte und für Katzen und Marder unzugängliche Futterstelle ist optimal. Futtersilos haben sich als besser geeignet im Vergleich zu konventionellen Futterhäuschen erwiesen, da sich Verschmutzung und Futterverschwendung deutlich in Grenzen halten. Säubern Sie die Futterstellen regelmäßig und füttern Sie täglich! Zu große Futtermengen verderben leichter.

Wenn Sie diese Ratschläge beachten, werden Sie viel Freude bei der Beobachtung der Vogelvielfalt an der Futterstelle haben.

Literaturtipp: Peter Berthold & Gabriele Mohr: „Vögel füttern – aber richtig“ (Kosmos-Verlag)




Fledermaushilfe





(©Emmanuel Baugier)

In Deutschland kommen über 20 verschiedene Fledermausarten vor. Sie sind in den letzten beiden Jahrzehnten in ihren Bestandsdichten stark zurückgegangen – einige Arten sind inzwischen ausgestorben oder dem Aussterben nahe, die meisten Arten auf 5 bis 20 % der Bestandsdichten von vor 25 Jahren angelangt und ihr Rückgang geht weiter. Deshalb stehen alle Fledermausarten auf der „Roten Liste“ und sind vollständig geschützt. Die Ursachen für den Bestandsrückgang sind vielfältig, aber alle durch den Menschen verursacht: Wohl die größte Gefahrenquelle besteht in der Pestizidanwendung in Landwirtschaften und Forst (über direkte Vergiftung und vor allem über die Verminderung des Beutetierangebotes), an zweiter Stelle steht der Verlust von geeigneten Quartieren und Biotopen für Sommer und Winter.

Dabei sind die Fledermäuse als vornehmlich in der Dämmerung und in der Nacht jagende Insektenfresser unsere bedeutendsten Massenvertilger von nächtlich fliegenden Insekten. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Lebensgemeinschaft unserer Wälder. Mit ihrem fein konstruierten Echolot-System können sich die Fledermäuse mit Hilfe von ausgestoßenen Schreien im Ultraschallbereich (mit Frequenzen bei 30.000 bis 70.000 Schwingungen je Sekunde) selbst in absoluter Dunkelheit orientieren.

Dringend erforderlich ist die Erhaltung bestehender Fledermauskolonien in alten Bergwerkstollen, Dachstühlen, alten Gemäuern und hohlen Bäumen. Zahlreiche Fledermausvorkommen wurden und werden vom Menschen direkt oder indirekt zerstört. Renovierungsarbeiten an Gebäuden, bei denen Einfluglöcher vermauert wurden, sind keine Seltenheit. Viele der natürlichen Wohnmöglichkeiten für Fledermäuse in hohlen Bäumen fallen auch waldbaulichen Maßnahmen zum Opfer.

 

Selbstverständlich ist auch für unsere Baumfledermäuse ein naturnaher, totholzreicher Wald mit einem genügenden Angebot natürlicher Höhlen mehr wert als Nistkästen.

In Gebieten aber, in denen das Angebot an Baumhöhlen zu gering ist, kann die Ansiedlung von Fledermäusen mit Hilfe von Nistkästen oder speziellen Fledermauskästen erfolgreich sein. Hierfür kommt ein Holzbetonkasten oder selbstgebaute Holzkästen in Frage. Für den Selbstbau von Fledermauskästen geben wir Ihnen hier eine Anleitung.

Fledermauskästen sollen möglichst südexponiert und im Prinzip sonnig aufgehängt werden (wobei eine pralle Besonnung weniger günstig ist als Halbschatten). Am besten wählt man alte exponierte Bäume am Waldrand oder in lichten Beständen. Auf keinen Fall dürfen Zweige den Anflug behindern.

(©Emmanuel Baugier)

 

Während Nistkästen, die von Kleinvögeln bewohnt werden, ohne Schaden für die Jungen gelegentlich geöffnet werden können, müssen Fledermauskästen während der Sommermonate vollständig ungestört bleiben!

Im Frühsommer kommt es häufiger vor, dass junge, noch nicht selbständige Fledermäuse aus dem Quartier fallen. Bevor sie der Nachbarskatze zum Opfer fallen, empfiehlt es sich, das Tier mit Handschuhen oder einem Stofflappen zu ergreifen (niemals mit bloßen Händen anfassen!) und den Tag über in einem kleinen Karton mit Luftlöchern an einem kühlen Ort unterzubringen. Bei Sonnenuntergang kann der Winzling dann in der Nähe des Fundorts an einem erhöhten, katzensicheren Platz ausgesetzt werden. Wenn die Mutter noch lebt, so holt sie ihr Junges auch ab! Andernfalls ist am nächsten Morgen die Naturschutzbehörde zu verständigen.

In strengen Wintern, aber auch bei anhaltend kalter Witterung im Sommer, findet man aber auch immer wieder erschöpfte oder verletzte Fledermäuse. Als erste Hilfe sollte man diesen Tieren zunächst Wasser in einem kleinen Gefäß anbieten, so dass sie es auflecken können. Auch solche Tiere sollte man in einem Karton mit Luftlöchern unterbringen und die zuständige Naturschutzbehörde benachrichtigen.

Alle einheimischen Fledermausarten können mit Insekten gefüttert werden. Am besten eignen sich dazu Mehlkäferlarven (Mehlwürmer), die man im Zoofachhandel kaufen kann.

Fledermäuse sind keine Haustiere! Sie stehen unter Naturschutz und müssen, sobald sie gesund sind und es die Witterung erlaubt, wieder freigelassen werden. Eine dauerhafte Pflege in Gefangenschaft gestaltet sich bei den einheimischen insektenfressenden Arten, die ihre Beute im Flug fangen, als praktisch unmöglich.


 


Skizzen zum Bau eines Nistkastens für Fledermäuse







 
Ihre Position: Tier- und Artenschutz